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  • Weihnachten mitten im Sommer: Mehrzahl der Bundesbürger fühlt sich genervt

    In den Läden und Supermärkten steht Weihnachten mal wieder vor der Tür oder im Regal und zwar schon seit August. Da waren die Reste vom vergangenen Nasch- und Lichterfest noch nicht mal ganz aufgegessen und man kommt sich vor wie in Heinrich Bölls netter Story mit dem Titel „Nicht nur zur Weihnachtszeit“. Da will eine ausgeklinkte Oma jeden Tag Weihnachten feiern und die ganze Familie muss mit machen...

    Stichtag für Beginn der Weihnachtszeit?

    Spaß macht das nicht allen. Ein knappes Vierteljahr vor Heiligabend sind die meisten Bundesbürger - und zwar satte 63 Prozent - vom weihnachtlichen Warenangebot in den Geschäften genervt. Fast jeder Dritte wünscht sich deshalb sogar ein Verbot für Lebkuchen, Glühwein und Weihnachtslieder in den Läden vor einem bestimmten Stichtag im Jahr. Das ergab eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag der dpa. Demnach befürworten 31 Prozent eine gesetzliche Regelung gegen frühzeitige Weihnachtsangebote.

    Getrübte Vorfreude

    Die Neigung zum Präsentieren des juristischen Knüppels teilen jedoch nicht alle. So sind 59 Prozent gegen ein Verbot, obwohl bei 47 Prozent der Bundesbürger das weihnachtliche Angebot schon im Sommer die Vorfreude auf das Fest zerstört. Fragt man die Bürger, wann ihrer Meinung nach die Vorweihnachtszeit mit Weihnachtsmärkten, festlicher Dekoration und dem passenden Warenangebot beginnen sollte, gibt es eine klare Tendenz: nicht vor November. 45 Prozent halten Mitte November für einen guten Starttermin, 40 Prozent den Ersten Advent - dieses Jahr ist das der 30. November.

    Manche mögens

    Immerhin gibt es aber auch Leute, die eine gewisse Ähnlichkeit mit der oben erwähnten Oma in Heinrich Bölls Geschichte haben. Diese beklatschen den sommerlichen Einstieg in die Vorweihnachtszeit. Sind allerdings nicht so viele. Nur 6 Prozent würden schon am kalendarischen Herbstanfang (23. September), den Startschuss geben. „Ruhig schon nach den Sommerferien“, sagen gerade mal 3 Prozent.

  • Microsoft hat einen ersten Blick auf Windwows 10 gestattet und Insider Programm ins Leben gerufen

    Microsoft hat in Kalifornien am 30. 9. mit Windows 10 ihr nächstes Betriebssystem enthüllt und damit einen ersten Blick auf eine frühe Vorabversion, ein sogenanntes Technical Preview, ermöglicht. Sie soll seit 1. Oktober verfügbar sein.

    Insider-Programm

    Das Unternehmen hat außerdem das Windows Insider-Programm eingeführt und startet damit sein bisher größtes Entwicklungsvorhaben in offener Zusammenarbeit mit Kunden, um die Art und Weise zu verändern, wie Windows aufgebaut und bereitgestellt wird. Damit, so hofft Microsoft, können die Bedürfnisse der Kunden bestmöglich erfüllt werden. Teilnehmer am Programm werden das Technical Preview von Windows 10 erhalten sowie einen stetigen Strom von Versionen während des Entwicklungszyklus, um diese zu verwenden und ihre Rückmeldungen abzugeben.

    Dialog und Feedback

    Windows Insiders werden die Möglichkeit haben, Feedback über frühe Versionen des Produkts während des gesamten Entwicklungszyklus abzugeben. Das Programm soll verschiedene Wege für Windows Insiders enthalten, damit sie in einem wechselseitigen Dialog mit Microsoft treten können. Es wird eine Windows Feedback-App geben zum Austausch von Vorschlägen und Fragen und einem Windows Technical Preview-Forum zur Interaktion mit den Ingenieuren von Microsoft und anderen Insider-Teilnehmern. Weitere Informationen zum Windows Insider-Programm und zum Technical Preview gibt’s unter http://preview.windows.com

     

    [http://preview.windows.com/].

     

     

  • In vielen Genres aktiv: Die blinde Berliner Künstlerin Silja Korn

    Die aufgeklärte Menschheit hat sich allmählich daran gewöhnt, dass es blinde Musiker gibt oder blinde Sportler. Auch die Tatsache, dass eine blinde Seilschaft schon mal auf dem Mount Everest war, löst zwar große Bewunderung, aber kaum noch ungläubiges Erstaunen aus. Selbst die Existenz blinder Kneipenwirte gilt nicht mehr als besonders spektakulär.

    Barriere der Blindheit nicht vorhanden

    Doch bei der Erwähnung der blinden Malerin Silja Korn aus Berlin sind sogar die Blinden selbst irritiert, denn im kollektiven Bewusstsein scheint künstlerisches Gestalten mit Farbe und Pinsel prinzipiell mit der Sehfähigkeit der gestaltenden Person verbunden zu sein. Diese Berliner Künstlerin aber zaubert expressive Farbfantasien auf die Leinwand, als wäre für sie die Barriere der Blindheit nicht vorhanden – zumndest nicht, während sie malt. Dann scheint sie die Farben gewissermaßen sogar zu sehen.

    Reflexionen auf das Hier und Jetzt

    Dieses Sehen der Farben ist natürlich ein Erinnern an Dieselben, denn bis ins Teeniealter konnte Silja Korn noch sehen. Ihre Bilder aber entstammen keineswegs den Tagen ihrer Kindheit, sondern sind Reflexionen auf ihr Leben im Hier und Jetzt mit den Empfindungen Assoziationen, die sich daraus ergeben.
    Silja Korn im Gespräch
    Silja Korn (mitte) im Gespräch mit Besuchern einer Ausstellung

    Dieses Hier und Jetzt ist übrigens nicht nur der Malerei gewidmet, denn die geballte Kreativität dieser Künstlerin ist zu umfassend für ein einziges Genre. So spielt Silja Korn auch noch Theater, schreibt Geschichten und fotografiert. Auch mit dem Thema Skulptur und Installation befasst sie sich inzwischen ausführlich. Ein interaktives Werk aus diesem Genre ist aktuell noch im Berliner Mitte Museum (Wedding, Pankstraße) zu sehen Es trägt den Namen „Begegnung“ und wer sich darauf einlässt, taucht quasi in die Erlebniswelt von blinden Menschen ein.
    Silja Korn und ihre interaktive Skulptur Begegnung


  • Tatort For Ever - ein Dinosaurier der TV Unterhaltung räumt mal wieder ab

    Der gute alte Dauerbrenner namens Tatort hat mal wieder allen anderen TV Unterhaltungsangeboten gezeigt, wer die Nase vorn hat. Das trifft übrigens allgemein zu, ganz gleich, wie man die Zielgruppe definiert.

    So wollten bei den sogenannten jungen Zuschauern, das sind die 14- bis 49-jährigen, 3,16 Millionen am Sonntag Abend das Kölner Krimi Duo Schenk und Ballauf sehen, während "Marvel's The Avengers" nur 2,98 Millionen aus der gleichen Altersgruppe in die RTL Kanäle lockte. Nun hat RTL bekanntlich das junge Segment kurzerhand bis 59 Jahre erweitert. Doch auch hier musste sich der Kölner Sender dem Kölner Tatort gegenüber geschlagen geben. Hier preschte die ewige ARD – Superserie sogar mit starken 28,3 Prozent davon. RTL mit seinen Superhelden schaffte demgegenüber nur 20,0 Prozent.

    Beim Gesamtpublikum scheint der Tatort ohnehin unerreichbar zu sein. Diesmal waren es insgesamt 10,60 Millionen Zuschauer, die sich mit dem Kölner Ermittlungsteam auf die Spur des Täters hefteten."The Avengers" schaffte hingegen insgesamt gerade mal 4,08 Millionen Zuschauer. Tatort For Ever?

     

  • Zahnpasta: Viele sind gut, doch die ultimative Weißmacherformel hat keine

    Alle Leute wollen gern blendend weiße Zähne haben, am besten solche, die brilliant glänzen. Diese tief verwurzelte Sehnsucht der meisten Menschen ist auch den Zahnpastamachern wohl bekannt und daher bewerben sie ihre Produkte auch gern mit den entsprechenden Behauptungen. Doch wer von Natur aus keine besonders weißen Zähne hat, darf auch von einer Zahnpasta nicht zu viel erwarten. Bleichmittel könnten zwar für eine anhaltende Aufhellung über den Naturton hinaus sorgen. Die sind aber nicht wirklich gesund und daher in der Zahnpasta auch nur unter ferner liefen erlaubt.

    Stiftung Warntest hat 20 Zahnpasten geprüft, die garkeine Bleichmittel enthalten, aber teilweise trotzdem die Aussicht auf superweiße Zähne anbieten. Diese Behauptung kann man aber getrost vergessen, weil die entsprechenden Produkte nicht besonders herausstechen, was das Weiß der Zähne angeht. Ganz gut bis sehr gut sind aber offensichtlich alle getesteten Zahncremes. Alle entfernen  sehr erfolgreich Verfärbungen, die durch Lebensmittel oder Zigarettenrauchen entstanden sind und bieten auch einen „guten“ bis „sehr guten“ Kariesschutz. Testsieger mit Bestnoten sind Eurodont Fresh & White von Aldi (Nord), K-Classic dental Zahnweiß von Kaufland und Dentabella Zahnweiss von Norma. Für empfindliche Zahnhälse eignet sich die Odol-med 3 White & Shine. Sie hat einen niedrigen Abrieb und entfernt Verfärbungen gut.

    Den ausführlichen Test Zahnpasta gibt’s in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift test und unter www.test.de/zahnpasta im Internet. Die Printausgabe liegt seit Freitag im Kiosk bereit.

     

  • Allnet Flatrates werden immer billiger, aber es gibt große Preisunterschiede

    Stiftung Warentest hat aktuell 4000 Mobilfunktarife untersucht und kommt dabei insgesamt zu dem Schluss, dass unbegrenztes Telefonieren, Simsen und Surfen tendenziell immer günstiger geworden ist. Schon für rund 17 Euro pro Monat gibt es demzufolge Allnet-Flatrates mit 500 MB Datenvolumen. Vor zwei Jahren kosteten ähnliche Tarife mit einer kurzen Mindestlaufzeit von einem Monat fast das Doppelte.

    So gut so schön, aber es sollten doch die gewaltigen Preisunterschiede beachtet werden. So gibt es diese günstigsten Tarife nur von Anbietern, die das Netz von O2 nutzen. Wer aber beispielsweise auf dem Land wohnt und die schnelleren Netze von Telekom oder Vodafone bevorzugt, muss rund 25 beziehungsweise 30 Euro pro Monat für die günstigste Allnet-Flat bezahlen.

    Berücksichtigt werden muss natürlich auch immer das Datenvolumen. Für viele Nutzer mögen 500 MB ausreichend sein. Wer aber mehr braucht, muss auch mehr bezahlen. Die günstigsten Tarife mit 1 GB gibt es für rund 20 Euro pro Monat, ebenfalls im O2-Netz. Für 2 GB sind mindestens rund 25 Euro pro Monat fällig, für 5 GB sogar rund 45 Euro.

    Praktisch für Tablet-Nutzer: Einige Anbieter bieten für 3 bis 5 Euro pro Monat eine zusätzliche Sim-Karte an. So können sie über den gleichen Tarif surfen, ohne einen extra Vertrag mit zweiter Rufnummer abschließen zu müssen.

    Wer den ausführlichen Test Allnetflat lesen möchte, findet diesen in der Oktoberausgabe der Zeitschrift test (seit 26.09.2014 am Kiosk) oder online unter www.test.de/allnetflat

  • Das Web der Daten hat sich seit 2011 verdreifacht

    Potsdam (ots) - Das "Web der Daten" hat sich seit Herbst 2011 mehr als verdreifacht. Das ist das Ergebnis einer Analyse, die jetzt Wissenschaftler der Universität Mannheim, des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) Potsdam sowie des irischen Insight Centre veröffentlicht haben.

    Aktuelles Diagramm strukturierter Datensätze

    Die Informatiker publizierten auf der Internetseite http://lod-cloud.net ein aktuelles Diagramm, das von den 1.014 offen zugänglichen Sätzen strukturierter Daten 570 besonders eng verknüpfte anzeigt. 2011 waren es noch 295 Sätze solcher Linked Open Data gewesen und vier Jahre vorher 12. Diese von Web-Pionier Tim Berners-Lee 2007 angestoßene Form der Verbreitung erlaubt es Computern, Informationen so zu durchsuchen und anzureichern, wie Menschen es seit jeher über Seiten im World Wide Web tun.

    Um die Übersicht von 2011 zu aktualisieren, durchsuchten die Wissenschaftler jetzt das Datenweb systematisch und kombinierten das Ergebnis mit Informationen aus dem Datenkatalog http://datahub.io. Das Diagramm in Form eines Netzwerks aus farbigen Kreisen illustriert die Vielfalt der Themenbereiche. Jeder der Kreise stellt einen Satz veröffentlichter und verknüpfter Daten dar. Verbindungslinien zeigen in unterschiedlicher Stärke den Grad der Vernetzung.

    Gut 84 Milliarden Tripel

    Waren 2011 im Daten-Web immerhin schon fast 32 Milliarden standardisierte Beschreibungen von Personen, Dingen und Ereignissen zu finden, stießen die Forscher kürzlich auf gut 84 Milliarden solcher so genannten Tripel. Nach wie vor im Mittelpunkt der Linked Open Data-Übersicht steht DBpedia, gewissermaßen die Datenversion von Wikipedia, einer Online-Enzyklopädie aus freien Inhalten, zu der jeder mit seinem Wissen beitragen kann. Eine wichtige Rolle spielen aber auch Daten zur Geographie, zu den Biowissenschaften, aus Behörden sowie aus den Bereichen Medien und Bildung.

    Welt-Wissen Computern zugänglich machen

    "Das enorme Wachstum des Webs der Daten beweist, wie wichtig es ist, Welt-Wissen nicht nur Menschen, sondern auch Computern zugänglich zu machen", sagte Prof. Christian Bizer, Wirtschaftsinformatiker von der Universität Mannheim. Prof. Felix Naumann, am Hasso-Plattner-Institut Leiter des Fachgebiets Informationssysteme, verwies darauf, dass beispielsweise in den Biowissenschaften zunehmend die Verknüpfung vorhandener Experimentaldaten sonst notwendige Laborversuche ersetzten. "Und wenn ähnlich wie in angelsächsischen Ländern auch deutsche Behörden vermehrt Daten veröffentlichen würden, wäre ein höheres Maß an Bürgerbeteiligung zu erwarten", ergänzte der Potsdamer Informatikwissenschaftler.

  • Neue Sicherheitslücke bei Shell Bash gefährlicher als Haertbleed Leck?

    Eines der ewig präsenten Standardthemen aller Internet User heißt Sicherheitslücke. Eine solche wurde jetzt von Red Hat entdeckt und zwar in der unter Linux und Unix verwendeten Shell Bash. Diese neue Schwachstelle wird von Errata Security mit der sicherlich noch gut bekannten OpenSSL-Lücke Heartbleed verglichen. Es handelt sich also auch diesmal um einen superkritischen Fehler. Mit dessen Hilfe könnten Cyberkriminellen aus der Ferne und ohne Authentifizierung Shell-Befehle auf einem Linux- oder Unix-Server auszuführen.

    Ein Patch für die Lücke soll bereits vorliegen. Man muss aber wie üblich davon ausgehen, dass bestimmt nicht alle Geräte gepatcht werden. Das könnte  z. B. Internet fähige Kameras betreffen, meint Robert Graham von Errata. Er weist aber ausdrücklich darauf hin, dass auch solche Kameras jeder Zeit angegriffen werden können. Graham geht außerdem davon aus, dass dieser Bash Bug schon relativ lange existiert und daher weit mehr Geräte betroffen sein könnten als seinerzeit bei Haertbleed. Die müssten also alle gepatcht werden. Graham zegt sich da aber eher pessimistisch wenn er sagt, dass es wohl niemals gelingen werde, "alle Software zu katalogisieren, die für den Bash-Bug anfällig ist".

  • EU - Kanada - Gipfel: Wird Freihandelsabkommen CETA gestoppt?

    Ottawa, 26.9.2014. Der überraschend angereiste deutsche Wirtschaftsstaatssekretär Beckmeyer konfrontierte den kanadischen Handelsminister am Donnerstag Abend mit dem unmissverständlichen Wunsch der Bundesregierung, die umstrittenen Investitionsschutzklauseln im Freihandelsabkommen zwischen EU und Kanada (CETA) zu ändern. Dies berichtet die kanadische Zeitung Globe and Mail in ihrer Onlineausgabe. CETA gilt als Blaupause für das TTIP-Abkommen zwischen EU und den USA.

    Erfolg für Bürgerbewegung

    Jörg Haas vom Kampagnennetzwerk Campact zeigte sich – hoffentlich nicht zu früh – erfreut über diese Entwicklung. Jetzt hätte Gabriel doch die Notbremse gezogen, ließ er per Pressemitteilung bekannt geben. Das sei „ein Riesenerfolg für die Bürgerbewegung, die in den vergangenen Monaten fantasievoll gegen TTIP und CETA protestiert hat. Nun muss CETA in einer breiten gesellschaftlichen Debatte auf Herz und Nieren geprüft werden. Dabei geht es nicht nur um den Investitionsschutz: Sozialdemokraten und Gewerkschaften werden feststellen, dass CETA keine ihrer Anforderungen erfüllt. Von der vielbeschworenen sozialen Gestaltung der Globalisierung kann keine Rede sein.“

    Abschluss unwahrscheinlich?

    Am Freitag vormittag treffen Ratspräsident van Rompuy und Kommissionspräsident Barroso mit dem kanadischen Premierminister Harper zum EU-Kanada-Gipfel zusammen. Der Gipfel sollte den Abschluss der Verhandlungen zum CETA-Abkommen markieren. Dies wird nach den jüngsten Entwicklungen nun unwahrscheinlich.

    Vor dem kanadischen Parlament demonstriert Campact zur gleichen Zeit gemeinsam mit kanadischen Gewerkschaftern und Nichtregierungsorganisationen gegen CETA. Ein riesiger CETA-Hammer wird drohend über einem Verfassungsrichter in roter Robe schweben, um die Bedrohung der Demokratie durch CETA zu verdeutlichen.
    Stellt sich am Schluss die Frage: Wird jetzt CETA geschreddert oder nur aufgehübscht?

     

    Siehe auch Globe and Mail: "Germany demands changes to Canada-EU free trade pact"

     

  • Bluthochdruck, Übergewicht, Schlafapnoe können Grünen Star verursachen

     Gefäßverkalkung, Übergewicht, Nikotin und Schlafapnoe schädigen nicht nur das Herzkreislaufsystem, sondern auch die Augen. So zeigt eine Untersuchung, dass jeder zweite Glaukom-Patient an Bluthochdruck, jeder dritte an einem erhöhten Blutfettspiegel oder Diabetes leiden. Gesunde Ernährung und Bewegung sollten demnach auch ein Rezept gegen Augenleiden sein, rät die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG). Laufen oder Fahrradfahren kann den Augeninnendruck vorübergehend senken und somit das Risiko für einen fortschreitenden Sehnervenschaden vermindern. Welche Risikofaktoren zur Entstehung eines Glaukoms beitragen und was das für die Behandlung bedeutet, erklärten Experten auf einer Pressekonferenz während des Kongresses der DOG am 25. September in Leipzig.

    Risikofaktoren wie beim Herzinfarkt

    In Deutschland leiden rund 800.000 Menschen an einem grünen Star, auch Glaukom genannt. Bisher galt ein Augeninnendruck ab 21 mmHg auf der Quecksilbersäule als einzig bekannter Risikofaktor für die Augenerkrankung. Doch die Forschung der vergangenen Jahre hat ergeben, dass Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte, Übergewicht, Nikotingenuss und Diabetes mellitus Typ 2 offenbar ebenfalls die Entwicklung eines Glaukoms fördern können. „Diese Faktoren schädigen erwiesenermaßen die Gefäße und können zu einer Fehlregulation der Gefäße führen“, erläutert Professor Dr. med. Johann Roider, Kongresspräsident der DOG. „Und damit vermutlich auch die Gefäße, die den Sehnerv und die Netzhaut versorgen.“ In der Folge steigt der Augeninnendruck, und die Sehkraft schwindet.

    Vorsorgeuntersuchung zur Vermeidung von Glaukom?

    So zeigt eine Fallstudie aus Taiwan, in der Daten von mehr als 76.000 Glaukompatienten analysiert wurden, dass jeder zweite unter Bluthochdruck und jeder dritte an einem erhöhten Blutfettspiegel oder Diabetes leidet. „Das bedeutet nicht, dass Betroffene zwangsläufig ein Glaukom entwickeln“, sagt Professor Dr. med. Anselm Jünemann, Direktor der Klinik für Augenheilkunde der Universitätsmedizin Rostock. „Aber wenn Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte und Übergewicht zusammentreffen, ist eine Glaukom-Vorsorgeuntersuchung ab dem 40. Lebensjahr ratsam.“

     Auch Schlafapnoe gilt als Risikofaktor für den grünen Star – jeder zweite schnarchende Glaukom-Patient leidet am Schlaf-Apnoe-Syndrom, fanden Wissenschaftler heraus. Bei dieser Form des Schnarchens kämpfen die Betroffenen mit nächtlichen Atem-Aussetzern. „Der Sauerstoffmangel, der bei den Atemstillständen entsteht, scheint den Augen zu schaden“, erklärt Jünemann. „Ärzte sollten ihre Glaukompatienten deshalb fragen, ob sie schnarchen und womöglich tagsüber unter Müdigkeit leiden.“ Ob ein Schlaf-Apnoe-Syndrom vorliegt, das in jedem Fall mitbehandelt werden sollte, zeigt ein Test im Schlaflabor. Gegen die Atemaussetzer helfen Atemtherapiegeräte, Unterkieferschienen, aber auch Musizieren mit einem Blasinstrument und der Abbau von Übergewicht mit regelmäßiger Bewegung.

    Sport treiben um Augeninnendruck zu senken

    Damit wird körperliche Aktivität zu einem wichtigen Element auch in der Glaukomtherapie. Studien haben zeigen können, dass Sport den Augeninnendruck senkt. „Laufen oder Fahrradfahren kann den Augeninnendruck bei Glaukompatienten um bis zu 13 mmHg reduzieren“, so Jünemann. Zwar steigt der Druck anschließend wieder an. „Aber der Wiederanstieg ist um bis zu 50 Prozent verlängert“, erläutert Jünemann. Auch zügiges Gehen über 20 Minuten vermag den Augeninnendruck vorübergehend um 1,5 mmHg zu senken. Zum Vergleich: Ein Anstieg um einen mmHg erhöht das Risiko für einen Gesichtsfeldschaden um zehn Prozent. „Jeder Millimeter Absenkung zählt also“, betont Jünemann.

     „Durch einen gesunden Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, Nikotinverzicht und regelmäßiger Bewegung können sich Risikopatienten womöglich nicht nur vor einem Herzinfarkt, sondern auch vor grünem Star schützen“, bilanziert DOG-Präsident Roider.

     

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