szmmctag

  • Vor 30 Jahren: Erste E Mail über eigenständigen deutschen Server erreicht Uni Karlsruhe

    E Mails sind doch nichts Besonders, oder? Die schreibt Jeder und die hat es bestimmt schon immer gegeben. Abgesehn mal von der Steinzeit, da wurde wahrscheinlich getrommelt und die endete in Deutschland am 3. August. An jenem denkwürdigen Tag, exakt um 10.41 ging an der Uni Karlsruhe die erste E Mail über einen eigenständigen Server ein.
    Gesendet hatte die Mail eine gewisse Laura Breeden aus Boston. “This is your official welcome to CSNET. We are glad to have you aboard”, lautete der Text, den die Mitarbeiterin des Computer Science Net am 2. August um 12.35 US amerikanischer Zeit los geschickt hatte.Damals dauerte das eben noch etwas länger, was nicht nur dem Zeitunterschied zwischen Bosten und Karlsruhe geschuldet war, sondern ebenso der Tatsache, dass die Mail noch über verschiedene Sever lief.

    Empfänger war übrigens Professor Werner Zorn unter der Mail Adresse “zorn@germany.csnet”. Der ist zwar längst nicht mehr Professor, dafür aber Mitglied der Internet Hall of Fame. Damals, so Zorn, hätte übrigens kaum Jemand geahnt, welchen Stellenwert die E-Mail eines Tages haben würde. Zwar hätten die Medien seinerzeit über diese erste E Mail in Deutschland berichtet, „aber es lief eher unter dem Label ,Exotenwissenschaft‘“. Medien sind eben auch keine Hellseher.

    Dieses CSNET wurde übrigens in den frühen 1980er-Jahren in den USA entwickelt. Dazu hatten sich verschiedene US-Hochschulen zusammengeschlossen. Das Netz sollte die Kommunikation unter den Wissenschaftlern zu erleichtern. Israel und Deutschland waren die ersten Länder, das 1984 an das CSNET angeschlossen wurden.

  • Oracles neues Datenbank Update beinhaltet kostenpflichtiges Feature

    Der Datenbank-Spezialist Kevin Closson hat das neueste Oracle-Datenbank-Update 12c Release 12.1.0.2 getestet und dabei herausgefunden, dass es standardmäßig ein Feature freischaltet, das eventuell nicht ganz unproblematisch ist. Er verdammt das Patch zwar keineswegs, scheint von der In-Memory-Option sogar recht angetan zu sein, sieht aber durchaus die Gefahr, dass diese Funktion “aus Versehen” genutzt werden könnte. Und dann, liebe User, könnte es eben ganz aus Versehen auch ein bisschen teurerer werden, denn das Feature ist kostenpflichtig. Von 23.000 Dollar pro CPU für die In-Memory-Option ist die Rede. Oracle soll sich dazu bislang noch nicht geäußert haben.
    Weitere Infos von Closson gibts  in seinem Blog.

  • Netzhauterkrankungen: Können Omega 3 Fettsäuren Sehverlust bremsen und Blindheit verhindern?

    Erkrankungen der Netzhaut gehören zu den häufigsten Ursachen von Blindheit oder Sehbehinderung. Dazu zählen beispielsweise die altersabhängige Makuladegeneration – kurz AMD – und die in der Regel erbliche Retinitis Pigmentosa. Lange Zeit gabs dafür keine Therapien. Doch in den letzten zwanzig Jahren scheint in dieser Hinsicht verschiedenes in der Entwicklung zu sein, was hinsichtlich der Verhinderung von Blindheit durchaus vielversprechend ist. Allerdings nur perspektivisch, eine optimale Therapie ist noch nicht im Angeobt. 

    Wirkung noch nicht umfassend erforscht

    Einer dieser therapeutischen Ansätze befasst sich mit den allgemein lebenswichtigen OMEGA 3 Fettsäuren. Diese kann der Mensch nicht selber produzieren und muss sie daher über die Nahrung aufnehmen. Sie sind besonders reichhaltig in Sojabohnen, Walnüssen und Algen sowie in einigen Fischen u. a. in Lachs enthalten, wobei letztere offenbar hinsichtlich Gesundheit – auch der Netzhaut - am interessantesten sein sollen.

    Jedoch ist die angenommene Vielzahl der positiven Wirkungen noch nicht umfassend erforscht und es muss auch vor übertriebener Begeisterung gewarnt werden. Das gilt insbesondere, wenn bezogen auf Netzhautdegeneration die Einnahme von Omoga 3 Fettsäuren „in Kombination mit der Einnahme von Vitamin A Präparaten“ empfohlen wird. So pauschal darf das nämlich nicht gesagt werden, denn zumindest bei Zapfen Stäbchen Dystrophie wirkt Vitamin A toxisch. Aber unter Berücksichtigung aller Unklarheiten empfiehlt auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit eine tägliche Aufnahme von Omega 3 Fettsäuren von etwa 250 Milligramm, allerdings bezogen auf die Gesundheit des Herzens.

    Möglicherweise positiv

    Nun gibt es seit den Achtzigerjahren Forschungen bezüglich der Wirkungen von Omega 3 Fettsäuren auf die Netzhaut. Die Patientenorganisation pro retina schreibt dazu: „Die Netzhaut besteht zu 60 % aus ungesättigten Fettsäuren. Es handelt sich v.a. um die sogenannte Omega-3-Fettsäure bzw. Docosahexaensäure (DHA), die in Fischsorten wie Lachs, Forelle, Schwertfisch vorkommt. Diese Fettsäuren haben möglicherweise einen positiven Einfluss auf die Entstehung der AMD.“

    Wenn also die Netzhaut ohnehin überwiegend aus ungesättigten Fettsäuren besteht, liegt es eigentlich nahe, sich wissenschaftlich und kritisch mit den therapeutischen Möglichkeiten der Omega 3 Fettsäuren zu befassen. Doch dieses oben erwähnte „möglicherweise“ taucht immer wieder auf im Zusammenhang mit der Frage nach neuen Erkenntnissen. So auch bezogen auf Retinitis Pigmentosa. Dazu führten die Retina Foundation Of The Southwest und dieTexas Retina Association eine vierjährige Studie durch, bei der es u. a. um Antworten hinsichtlich Effizienz und Nebenwirkungen ging.

    Nun gab es während dieser vierjährigen Phase immer wieder Vorschusslorbeeren und auch hochgesteckte Erwartungen. Diese konnte die Studie bisher leider kaum ansatzweise bestätigen. So gab es keine positiven Auswirkungen auf Sehschärfe und Nachtsehen. Lediglich eine gewisse Verlangsamung peripherer Gesichtsfeldausfälle konnte festgestellt werden. Allerdings wird in Erwartung weiterer Erkenntnisse die Studie fortgeführt.

    In Erwartung weiterer Ergebnisse

    So kann also die Frage, ob Omega 3 Fettsäuren den Sehverlust oder die Erblindung aufgrund von Netzhauterkrankung verhindern können, nach wie vor nicht abschließend beantwortet werden. Es bleibt eine gewisse positive Wirkung bei AMD und die Erwartung weiterer Ergebnisse von Studien bezogen auf Retinitis Pigmentosa. Was allerdings bei ausgewogener Ernährung, wo auch genügend Fisch auf dem Speiseplan steht, keinesfalls sein muss, ist die zusätzliche Einnahme von besonderen Omega 3 Präparaten. Deren Kauf ist „gut nur für den Hersteller“.

     

  • Russisches Innenministerium sucht per Ausschreibung Tor Öffner

    Spiegel.de berichtet, dass in Russland eine Ausschreibung zur Enttarnung von Tor Nutzern läuft. Für eine entsprechende Technik sollen Hacker vom russischen Innenministerium etwa 82.000 Euro als Preisgeld bekommen.

    Die Ausschreibung läuft bis zum 13. August und der Sieger soll am 20. August bekannt gegeben werden. "Um die Sicherheit und Verteidigung des Landes sicherzustellen", werde die Prämie aber nur an russische Staatsbürger ausgezahlt, schreibt "The Daily Dot".

    Die Russen sind natürlich nicht die einzigen, die Tor knacken wollen. So wird sich auch kaum jemand darüber wundern, dass auch die amerikanische NSA versucht, Tor-Nutzer zu enttarnen und das schon mindestens seit einem Jahr. Diesen Miserfolg wollte die russische Regierung offenbar vermeiden und so kam sie auf den Trichter mit der Ausschreibung in der Hoffnung, dass sich aus dem Heer der Hacker schon einige mit ein paar Silberlingen locken lassen werden.

    Tor ist mit Sicherheit der aktuell bekannteste Anonymisierungsdienst und wird unter anderem von Journalisten, Staatsanwälten und Kriminellen genutzt. Allerdings auch von politischen Aktivisten und denen gilt insbesondere in autoritär oder diktatorisch regierten Ländern die Hauptaufmerksamkeit der Repressionsbehörden. Daher ist es wenig überraschend, dass der russische Innenminister gern die Identitäten der Tor User seines Landes erfahren will.

     

  • Canvas Fingerprinting - neue Schnüffelmasche zum Ausspähen der User

    Die Technik zum Verfolgen und Ausspähen der Internet User wird immer raffinierter. Inzwischen gibt’s eine Masche namens Canvas Fingerprinting, die sich aktuell noch nicht austricksen lässt.

    Eindeutig wie ein Fingerabdruck

    Dabei sorgt die angesteuerte Webseite dafür, dass der Browser des Users ein Bild macht und zwar im Hintergrund, also unsichtbar für den User. Hier geht es natürlich nicht um ein Foto des netten Nutzers, sondern um eine Nummernfolge. Diese ergibt sich aus der Browser-Computer-Kombination und der ganz persönlichen Art, wie der User sie bedient. Dadurch wird die Nummernfolge so eindeutig wie ein Fingerabdruck. Allerdings soll die Masche auf Mobilgeräten nicht so gut funktionieren.

    Übrigens nutzen bereits tausende Websites vom Fick Portal YouPorn bis zum Weißen Hauses die Tracking Software und auch t-online.de steht auf einer äußerst aufschlussreichen Liste, die von Forschern der Unis Princeton und Löwen veröffentlicht wurde. Laut spiegel.de will die Telecom nichts davon gewusst haben, den Sachverhalt natürlich sofort prüfen und „diese nicht abgestimmte Form des Trackings unterbinden“:

    Und wo zu soll das Ganze gut sein?

    Natürlich zum Erstellen von Nutzerprofilen, genau wie bei Cookies. Doch zum Ärger von Firmen und Geheimdiensten haben die User immer wieder alle Cookies gelöscht. Das ist bei Canvas Fingerprinting nicht möglich. Doch wir Nutzer sind ja Optimisten und daher davon überzeugt, dass ein kreativer Kopf schon bald eine praktikable Abwehrmethode gegen diese üble Tracking Masche zur Verfügung stellen kann.
    Auch
    faz.net und spiegel.de haben das Thema im Angebot

     

     

  • ARD: In der Jauch Pause läuft der Pathologe von der BBC

    Während die Fußball-Weltmeisterschaft alle anderen Fernsehangebote dick und fett überlagerte, verabschiedete sich fast unbemerkt ein gewisser Günther Jauch mit seinem ARD-Talk in die Sommerpause. Der vorübergehend frei gewordene Sendeplatz nach dem Tatort wird zur Zeit noch mit Krimi-Wiederholungen zu gepflastert. Doch ab Ende August wird dem hoch verehrten Publikum in der Jauch Pause mit "Der Pathologe - Mörderisches Dublin" eine Erstausstrahlung serviert. Das ist eine dreiteilige Krimi Story, stammt von der BBC und wurde dort am Anfang des Jahres ausgestrahlt.

    Okay, vielleicht ist der düstere Dreiteiler, der im Dublin der Fiftiess spielt, ja ganz gut. Doch da jagt wieder mal ein Krimi den nächsten und allmählich bekommt man den Eindruck, dass es im Fernsehen nur noch Räuber und Gendarm oder Fußball gibt. Beides kann auf die Dauer zur Gähn Nummer werden. Wie wäre es mal mit einem kulturellen Aufstand, einer kreativen Innovation, einem zukunftsträchtigen Wagnis jenseits aller Krimi-, Fußball- und Jaucheintöpfe? Kann man doch mal aus probieren. Oder ist die Angst vorm Verlassen ausgelatschter Pfade zu groß?

    Weiteres zum Pathologen gibt's hier..

  • Geldstrafe für französische Bloggerin: Ihre Restaurant Kritik stand bei Google zu weit oben

    Bloggen kann teuer werden, insbesondere wenn sich Jemand über das Google Ranking eines Blogposts ärgert. Das erlebte die französische Bloggerin Caroline Doudet mit ihrem Blog Cultur’elle, auf dem sie für ihre etwa 3000 Leser über Filme, Mode und Bücher schreibt und manchmal auch über Restaurants - in diesem Falle über das “Il Giardino”, eine Pizzeria im Süden Frankreichs an der Atlantikküste beim Cap-Ferret.

    Letzteres hätte sie besser nicht getan, denn die Wirtin des Restaurants zerrte die Bloggerin vor den Kadi, weil die nicht gerade wohlwollend über die Pizzabude geschrieben hatte. Das allein wäre jedoch nicht der Stein des Anstoßes gewesen, denn so was kommt in Frankreich pausenlos vor. Schließlich gibt’s dort eine Gourmet Tradition, die noch nicht ganz tot ist und wenn irgendwo das Essen schrottig ist, wird das üblicherweise auf allen Wegen in die Gegend posaunt.

    Doch Caroline Doudet hatte offenbar zu gut posaunt und war daher im Google Ranking ganz oben gelandet. Aus Ärger über diesen Erfolg der Bloggerin landete auch die Wirtin ganz oben und zwar auf der Spitze der höchsten Palme. Der Richter hatte erstaunlicherweise Verständnis für den Ärger der Wirtin und entschied letztendlich, dass die Blog-Betreiberin nicht nur den Namen des Restaurants aus dem Titel des Blogeintrags entfernen, sondern auch noch eine Geldstrafe in Höhe von 1.500 Euro an die Pizzeria zahlen sollte. Die Gerichtskosten von 1.000 Euro wurden ebenfalls Doudet aufgebürdet.

    Wer also ein schrottiges Restaurant schrottig nennt und damit auch noch bei Google erfolgreich ist, bekommt die ganze Härte des Gesetzes zu spüren.

    Siehe dazu auch onlinemarketing.de

  • Mathematik: Heute wird die Kreiszahl Pi gefeiert

    Heute ist der 22. 7. und damit der Feiertag des Pi. Nicht etwa, weil diese geheimnisumwobene Kreiszahl an irgendeinem 22. 7. entdeckt worden wäre, sondern weil ein gewisser Archimedes sie einst als 22 geteilt durch 7 darstellte. Damit ermöglichte der naturwissenschaftliche Tausendsassa aus dem alten Syracus zwar keine hundertprozentig genaue Berechnung des Pi, aber immerhin eine Annäherung an diese totale Genauigkeit mit einer Ungenauigkeit von 0,04 Prozent, sodass der 22. 7. auch als „Pi Näherungstag“ begangen wird.

    Übrigens haben im Laufe von 2000 Jahren alle möglichen Leute versucht, es genauer zu machen als good old Archimedes. Inzwischen sind wir bei 3,141592653589793238 und noch gute 67.000 Stellen weiter gelandet, die der Chinese Chao Lu im Jahre 2005 sogar aus dem Gedächtnis aufsagen konnte. Anstrengend muss aber nicht nur dieses Aufsagen, sondern die Suche nach dem absoluten Pi gewesen sein. So hat beispielsweise der niederländische Mathematiker Ludolph van Ceulen sich dreißig Jahre lang mit diesem störrischen Pi angelegt um schließlich den Erschöpfungstod zu sterben. Eine hundertprozentige Genauigkeit des Pi gibst übrigens immer noch nicht, die ist vielleicht auch völlig unmöglich und daher ist jede Zahl, wie viele Millionen Stellen hinterm Komma sie auch haben mag, immer nur eine Näherung mit einem Hauch von Ungenauigkeit.

  • Verkehr: Connected Car Services stößt bei Endkunden auf großes Interesse

    Telefónica hat ihren Connected Car Industry 2014 Report vorgestellt. Daraus geht hervor, dass es ein großes Interesse der Endkunden an einer Nutzung des Internets im Auto gibt. So geben 71 Prozent der 5000 für die Studie befragten Autofahrer aus Deutschland, Großbritannien, den USA, Spanien und Brasilien an, dass sie sogenannte Connected-Car-Services entweder bereits einsetzen oder zumindest an ihrem Einsatz Interesse hätten. Als Vorteile eines vernetzten Fahrzeugs nennen die meisten Studienteilnehmer erhöhte Sicherheit, verbesserte Navigation sowie Frühwarnsysteme und intelligente Versicherungen.

    Es scheint sich also bereits jetzt eine starke Nachfrage nach dem vernetzten Auto anzudeuten, was sogar Pavan Mathew, seines Zeichens Global Head of Connected Car bei Telefónica, in Erstaunen versetzt. „Die Leute sind dafür bereit, obwohl wir doch gerade erst die Startlinie hinter uns lassen.“ sagt er und weist in diesem Zusammenhang aber auch darauf hin, dass vor dem flächendeckenden Einsatz solcher Systeme noch jede Menge Probleme gelöst werden müssen. Zu denen gehören vor allem der Datenschutz, die Verhinderung des Gläsernen Autofahrers und die Abwehr von Hackerangriffen auf das digitalisierte Auto.

    Und weitere Ausführungen zum Thema gibt es hier..

  • Wie schütze ich mein Auto vor Hackerangriffen?

    Die Welt wird immer digitaler! Diese Entwicklung ist nicht überraschend und intensiviert sich nach wie vor weltweit und in allen Bereichen. Nachdem jeder immer und überall mit jedem vernetzt sein kann, Haushaltsgeräte untereinander kommunizieren und Apps bei Bedarf unsere biologischen Werte zu jeder Zeit messen, wird die digitale Vernetzung wohl schon in naher Zukunft auch das Verkehrswesen revolutionieren.

    Die Verheißungen der digitalen Zukunft

    Man stelle sich einmal vor, dass durch die Auswertung von digitalen Daten nicht nur Staus vermieden und immer die schnellsten und ökonomischsten Wege vorhergesagt werden können, sondern unser liebstes Verkehrsmittel den Schritt in ein neues Zeitalter einleitet. Das Auto als wichtigster Mitspieler und Knotenpunkt für automatisiertes Car-Sharing oder als Analyseprofi für die Prävention von Verkehrsunfällen (z.B. Spurhalte-Assistent, Radar- und Sensortechnik für autonomes Fahren) – die Liste von Vorteilen der Verkehrswesen-Vernetzung scheint unendlich und verspricht Sicherheit, Komfort und ökologische Verantwortung. Erst kürzlich berechnete das Unternehmen Inventivio, autonomes Fahren hätte beispielsweise das Potenzial, Privatautos in signifikantem Ausmaß zu ersetzen. In Deutschland könne dadurch der Bedarf an individuellen Privatfahrzeugen auf vier Millionen reduziert werden.

    Zwei Seiten derselben Medaille

    So reizvoll die Vorstellung dieser optimierten Verkehrswelt klingen mag – auch sie birgt natürlich Risiken, die bei gleichzeitiger Euphorie hinsichtlich des Themas gern in den Hintergrund gerückt werden. Während wir unser persönliches digitales Epizentrum in Form von Smartphone, Desktop-PC oder Notebook mit der bestmöglichen Sicherheitssoftware ausstatten, bleibt unser Auto schutzlos vor möglichen Übergriffen. Dabei übertrifft der mögliche Schaden beim Hacken von Autos, den Schaden klassischer PC-Viren oder Malware sehr deutlich. Vereinzelte Versuche und Experimente von Forschern und begabten Hackern haben die Bedrohung schon beängstigend dargestellt. Wer etwas recherchiert, stößt schnell auf Videos und Erfahrungsberichte von erfolgreichen Hacks.

    Fremdsteuerung und Anzeigen-Manipulation

    Die Optionen erfolgreicher Hacker-Angriffe in der vernetzten Verkehrswelt sind dabei mindestens genauso vielfältig wie die erfreulichen Verbesserungen, die diese Entwicklung verspricht. Bei den Versuchen gelang es unter anderem

    • Fahrer über die Freisprecheinrichtung zu belauschen,

    • die Bremsen zu deaktivieren,

    • die Wegfahrsperre auszuschalten,

    • das Lenkrad zu bewegen,

    • sowie die Fahrzeuganzeige zu manipulieren.

    Bei einem gelungen Hack ist also das Auto in jeglicher Funktion vollständig manipulierbar. Hacker-Profis, die immer wieder auf diese Gefahren hinweisen, wird leider immer noch zu wenig Beachtung geschenkt. Dabei sind die Voraussetzungen für obengenannte Szenarien gar nicht so ambitioniert und unrealistisch wie viele vermuten würden. Neben der Beherrschung der Programmiersprache reicht schon eine Hardware, die für etwa 25$ in China bestellt werden kann, um einen solchen Hack theoretisch durchzuführen.

    Fehlende Kompetenz bei den Autobauern

    Viele Hersteller geben sich immer noch erschreckend naiv, wenn die Rede von "Cyberhacking" im Bezug auf Autos ist. Einige von ihnen bestreiten gar die Existenz dieses Gefahrenpotentials. Entwicklungen und Vorsorge in dieser Richtung aufzuschieben, kann daher nur als fahrlässig bezeichnet werden. Schließlich sind Folgen dieser Angriffe nun schon mehrfach veranschaulicht und bewiesen worden. Es bleibt festzuhalten: Hacking im Verkehrswesen hätte folgenschwere Konsequenzen, die solche des grassierenden Cyberhackings noch übersteigen würden. Über die potenziell finanziellen Schäden hinaus stehen hier Menschenleben auf dem Spiel.

    Was kann man tun?

    Beim digitalen Schutz des eigenen Autos sind den Kunden derzeit noch die Hände gebunden. Zum einen ist es natürlich nicht verkehrt, Geräte, die im Auto genutzt und an Schnittstellen angeschlossen werden, sicher mit Virenscannern und anderen hilfreichen Programmen auszurüsten. Zum anderen kann es nicht schaden, direkt mit den Herstellern der Automobilindustrie in Kontakt zu treten und sie mit der Thematik zu konfrontieren. Schließlich sind es auch die Kunden, die mit ihren Forderungen und Wünschen als wichtiger Motor im Innovationstrieb der Hersteller fungieren.
    Der Gastautor ist Mitarbeiter von Netzsieger.de

     

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